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Jade Empire Review

  • Entwickler: BioWare
  • Vertrieb: Microsoft
  • Genre: Action-Rollenspiel
  • Plattform: Xbox
  • Getestet am: 20.05.2005
  • Von: Pandur
  • 40 weitere Bildschirmfotos
  • Pro: - Atemberaubende Grafik

    - Hervorragende Sprachausgabe

    - Innovatives Kampfsystem mit Tonnen von Stilen

    - Durchdachte Gut/Böse Spielzweige

    - Hoher Widerspielfaktor
  • Contra: - Geringe Ausbaufähigkeit des eigenen Charakters

    - Wenig Sidequests bei Gruppenmitgliedern

    - Ladezeiten bei jedem noch so kleinen Gebietswechsel
  • Gameplay (Unsere-/Spielerbewertung): 95% / 100%
  • Grafik (Unsere-/Spielerbewertung): 100% / 100%
  • Sound (Unsere-/Spielerbewertung): 100% / 100%
  • Gesamtwertung (Unsere-/Spielerbewertung): 97% / 100%
  • Wertung abgeben
  • Schwierigkeitsgrad: leicht
  • Eingewöhnungsphase: ca. 5 Min
  • Preis: 49,00 €

Einst formte der Großdrache aus dem Nichts das Jadereich, den Urquell der Kultur in einem Ozean der Barbarei. Die ehrenwerte Sun-Dynastie führte das Volk seid Generationen durch Dürre und Hungersnot in den heutigen Wohlstand. In welchem Künstler, wie der verrückte Kang, von Magie und Dampfmaschinen angetriebene Flugmaschinen erschaffen und Golems die Bevölkerung vor Geistern und Elefantendämonen bewahren. Dieses mystische asiatische Reich ist die neuste Schöpfung des kanadischen Erfolgsstudios. BioWare, die Schöpfer der preisgekrönten Baldur's Gate Reihe, Neverwinter Nights und Star Wars: Knights of the Old Republic, haben sich nicht auf ihren KotOR Lorbeeren ausgeruht, sondern eine gänzlich neue Spielwelt erschaffen.

Geschichte


Das Namengebende Jade Empire erstrahlt, als wäre es aus einem Martial-Arts-Actionfilm á la Tiger & Dragon entsprungen. Jade Empire spielt jedoch nicht tatsächlich im alten China, sondern nur in einer daran angelehnten Welt, was den Entwicklern massig Spielraum für Kreativität lässt. So ist das Land nicht gänzlich altertümlicher Gerätschaften verschrieben. Stattdessen reichert Magie die Welt an. Die Geister von Toten werden zur Befehligung von Golemarmeen genutzt, Insektenähnliche Flugmaschinen durchkreisen die Lüfte und bewachen so fliegende Paläste. Auf der Kehrseite bringt das jedoch auch Geister und Furcht einflößende Dämonen (geformt wie riesige Kröten, Ratten, Elefanten, Pferde und mehr) ins Spiel.

In diesem detailreichem Setting schlüpft ihr in die Rolle eines jungen Kampfsportstudenten, der in Kürze sein Training bei Meister Li abschließen soll. Doch dieses wird schon früh unterbrochen, als Söldner ins Land einfallen, das Dorf niederbrennen und euren Meister entführen. So beginnt das Spiel und eure Suche nach Antworten und natürlich Meister Li. Auf dieser Reise werdet ihr von interessanten Charakteren, wie dem Schwarzen Wirbelwind oder Seidenfuchs begleitet, welche helfen eure mysteriöse Herkunft zu lüften.

Was sich stark nach der üblichen Baukastengeschichte anhört. Aber Glücklicherweise nimmt diese einige interessante Wendungen. Der ausschlaggebende Faktor für die gute Geschichte, ist wie schon in Knights of the Old Republic, der große Einfluss des Spielers auf den Verlauf dieser. Die Dialoge bieten viel Interaktivität mit duzenden von Charakteren. Es stehen jederzeit Antwortmöglichkeiten für alle Gesinnungen bereit. Ganze Abschnitte des Spiels sind vollkommen optional und andere schließen sich gegenseitig aus. Womit ihr niemals alles bei einem einzigen Abenteuer sehen werdet. Beispielsweise ist eines der ersten Dörfer auf Grund eines Dammes von der restlichen Zivilisation abgeschnitten. Die Stadt könnte wieder aufleben, wenn der Damm geschlossen würde. Aber gewisse skrupellose Händler, die eine extra Goldmünze wittern, würden es bevorzugen, wenn dieser geschlossen bliebe. Ferner handelt es sich bei dem Land hinter dem Damm und eine alte Begräbnisstätte mit ruhelosen Geistern. Solltet ihr euch um sie kümmern oder den Damm unverzüglich schließen? Oder schlagt ihr euch auf die Seite des Händlers und greift etwas von seinem Profit ab? Welchen Weg ihr auch wählt, das Spiel hat für jede Wendung einen entsprechenden Ausgang.
Das typische Final-Fantasy-Konsolenrollenspiel präsentiert sich für gewöhnlich mit FMV-Zwischensequenzen zum zurücklehnen und gibt dem Spieler anschließend wieder einen Level zum Grinden. Jade Empire hebt sich davon deutlich ab, in dem es die Geschichte zum zentralen Punkt des Spielgeschehens macht. Es ist schön anzusehen tatsächlich mal Rollenspiel in einem RPG zu erleben, unter welchem die Geschichte keineswegs leidet.

Kampfsystem


Das bedeutet jedoch nicht, dass es im Jade Empire keine Aktion gibt! Das Kampfsystem unterscheidet sich drastisch von dem, was BioWare bisher aufgefahren hat. Während KotOR ein Rundenbasierendes Echtzeitkampfsystem zu Grunde lag, bei welchem sich eine Angriffsfolge planen und deren Ausführung anschließend bewundern lies, ist im Jadereich alles kontaktbasierend und Pixelgenau. Jeder Kampf hat das Potential eines gut choreografierten Todeskampfes. Das Spiel führt euch mit Hilfe von Trainingskämpfen langsam in die Grundlagen des Echtzeitkampfsystems ein und demonstriert so Schläge, Blocks, Blockbrecher etc. Diese Standartattacken sind in jedem Kampfstil vorhanden und werden je nach Wahl dieses individuell optisch wiedergegeben. Jede Kampfstylart (Martial-Arts, Magie und Waffenkampf) hat wiederum zahlreiche Untergattungen, die im Spielverlauf erlernt und sodann im Kampf jederzeit gewechselt werden können. Zur Unterstützung steht euch im Kampf steht's einer eurer Gefolgsleute zur Seite, welcher von der KI kontrolliert wird. Hierbei empfiehlt es sich, immer das entsprechende Pendant auszuwählen. So sollten Magieanwender einen Waffenspezialisten oder Nahkampforientierten NSC wie Morgenstern oder den schwarzen Wirbelwind und umgekehrt einsetzen.

Ihr greift dabei immer nur ein einziges Ziel an und könnt dieses mit den Schaltern durch das Schlachtfeldkreisend auswählen. Ein Druck auf beide Schalter gleichzeitig, aktiviert den Freibewegungsmodus. Über welchen ihr vollkommen frei Ziele wählen und mit der Umwelt interagieren könnt. BioWares Jade Empire KI lässt euch aber auch so genügend Spielraum. Denn bei einer Übermacht werdet ihr nicht sogleich umzingelt. Grund dafür ist eine Art Aggressionsmeter. Nicht anvisierte NSCs werden weniger aggressiv und halten sich am Rande des Kampfgebietes auf. Da Schaden Kontaktbasierend ist, nehmen jedoch auch nicht anvisierte Feinde bei Berührung Schaden. Daraus lassen sich selbstverständlich diverse Vorteile ziehen. Beispielsweise könnt ihr in einen Gegnerpulk reinrollen und sofort darauf einen Flächenangriff starten.

Damit ist der Umfang des Kampfsystemes jedoch noch nicht zu Ende. Jeder (Anti-)Held verfügt über einen roten, blauen und gelben Energiebalken am oberen Bildschirmrand. Welche Lebenspunkte, Chi und Fokus darstellen. Chi ist die Magischeenergie, mit welcher Zauber gewirkt, Heilung eingesetzt oder Schläge verstärkt werden können. Der gelbe Fokusbalken hingegen wird für Angriffe mit Waffen oder für den Fokusmodus verwendet, welcher das Kampfgeschehen verlangsamt.

Sobald ihr (durch Questen und Kämpfe) eine Stufe aufsteigt, dürft ihr 3 Punkte auf Körper, Geist und Seele verteilen, wodurch sich die Gesundheit, Chi und Fokusbalken erweitern. Zudem erhaltet ihr zunehmend mehr Punkte für eure Kampfstile. Diese Erweiterungen nehmen jedoch nur wenig Einfluss auf den Charakter selbst und so schwindet die Motivation Charakter zu entwickeln. Es gibt kein richtiges Inventarsystem. Einzig und allein ein Amulett kann verwaltet werden. Dieses erhält im Spielverlauf zunehmend mehr Fassungen, in welche sich Edelsteine mit bestimmten Attributsteigernden Effekten einsetzen lassen.

Grafik


Trotz all der Aktion in den Kämpfen läuft das Spiel unglaublich flüssig. Das trifft nicht nur auf die Kämpfe gegen ein oder zwei Gegner am Anfang des Spiel zu. Sondern auch auf die späteren Schlachten mit gigantischen Bestien. Was auf Grund des weiten Spektrums an Spezialeffekten noch eindrucksvoller wird. Magiestile lassen Eisbrocken vom Himmel regnen, Heilungen und Chischläge erleuchten den Charakter mit Energie und Funken. Während der Fokusmodus alles in eine gräuliche Masse hüllt und einen sehr coolen Slow-Motion-Effekt erzeugt.

Das Jade Empire ist ein wunderschön erdachtes und sorgfältig ausgearbeitetes Land. Die Verwendung von Licht, Schatten und Nebeleffekten machen einige Landschaftsabschnitte zu atemberaubenden Erlebnissen, an denen ihr einfach anhalten müsst, um die Aussicht zu genießen. Jeder Landschaftsstil hat eine reiche Atmosphäre. Von den dunklen Wäldern, über die belebten Städte bis hin zum farbenfrohen Himmelreich erstrahlt alles, als wäre es geradewegs aus einen Hollywoodstreifen entsprungen. Das Spiel beinhaltet zudem einige FMV Sequenzen, welche die dramatischen Spielszenen wiedergeben.

Die Charaktermodelle sind außerordentlich attraktiv. Ihre Gesichter haben eine derartige Detailtreue, das sie beinahe echt erscheinen. Selbst wenn ihr dem Weg des Bösen folgen solltet, wird es euch schwer fallen, der lieblichen Morgenstern ihre liebenswürdigen Argumente auszuschlagen.

Sound


Untermalt wird dieses von (auch im Deutschen) sehr beeindruckender Sprachausgabe. Wie in vielen RPGs bleibt der Hauptcharakter stumm und überlässt die Stimmlage eurer Vorstellungskraft. Aber alle anderen Dialoge im Spiel werden gesprochen. Den Charakteren wird ein tatsächlich Leben eingehaucht und ihr seid schnell versucht die Untertitel auszuschalten, um das Erlebnis genießen zu können. Die musikalische Untermalung ist ebenso perfekt gewählt. Das Instrumentspektrum reicht von Violinen bis hin zu traditionellen chinesischen Instrumenten.

Fazit

Jade Empire ist gerade für Neulinge des Genres das bisher beste RPG für die Xbox. BioWare hat die Messlatte ein weiteres Mal angehoben und zeigt uns eindrucksvoll was die Xbox leisten kann. Bedauerlicherweise kommen die RPG Elemente im Vergleich zu PC Rollenspielen etwas zu kurz. Die Auswahl von vorgefertigten Charakteren mit leichten Attributunterschieden und das fehlende Inventarsystem lassen den Wunsch nach Individualität ein wenig zu kurz kommen. Zudem weisen auch die Gefolgsleute weniger Spieltiefe auf, als man es von BioWare sonst gewohnt ist. Lediglich Zu verfügt über eine eigene, kurze Questreihe. Im Gegenzug sind die typischen Romanzen mit den NSCs nun teilweise auch gleichgeschlechtlich möglich.
Außerdem lässt sich mittlerweile ein gewisses, steht's gleiches Grundgerüst in BioWare RPGs ausmachen, bei welchem lediglich die Plattensets und Geschichte leicht verändert werden. So ähnelt Jade Empire seinen Vorgängern bis auf das Setting schon sehr. Levelaufbau, Zentraler Anlaufpunkt Raumschiff bzw. Fluggerät und Aktionspieleinlagen werden zwar von Spiel zu Spiel besser, sind dennoch immer gleich.

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Infoticker

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